P-E-C-H-Regel

Der Knackpunkt der schnellen Heilung ist die Erstversorgung. Denn jede Minute, die in den ersten zehn Minuten nach der Verletzung verstreicht, ohne dass etwas unternommen wird, bedeutet einen Tag länger Pause. Mit der PECH-Regel verkürzen Sie deutlich Ihren Leidensweg, zumindest bei stumpfen Verletzungen wie Prellung, Zerrung oder Verrenkung.

Pause

Die Zähne zusammenbeißen und weitermachen rentiert sich nicht. Im Gegenteil: Oft droht eine Verschlimmerung der Beschwerden - und in der Folge eine merklich verzögerte Heilung. Die verletzten Körperteile sollten frühestens wieder belastet werden, wenn im Ruhezustand Schmerzfreiheit besteht. Allerdings ist etwa Radfahren oder Schwimmen anstatt Laufen oft möglich, ohne die verletzte Körperregion zu belasten. Experten raten sogar dazu, denn eine frühzeitige Aktivierung kann den Heilungsprozess noch beschleunigen, da der Körper besser durchblutet wird.

Eis

Kühlen ist besonders wichtig! Dadurch werden die Blutgefäße enger, weniger Flüssigkeit kann ins Gewebe austreten und die Schwellung bleibt gering. Denn Blut", ist der größte Widersacher in der Sofort-behandlung.Außerdem wird durch die Kühlung die Entzündungsreaktion gehemmt, bleiben Blutergüsse örtlich begrenzt und die Schmerzen erträglich. Wichtig: so oft wie möglich, aber immer nur zehn Minuten am Stück kühlen (dann zehn Minuten Pause). Andernfalls kommt es zu einer reflektorischen Weitung der Gefäße, sprich: zu einer Mehrdurchblutung.

Ideal ist "Hot Ice": Wasser mit Eiswürfeln auf nahe null Grad herunterkühlen, dann tränken Sie damit eine 8 bis 10 cm breite Idealbinde.

Weitere Kühlmittel: Hot/Cold-Packs oder Eiswürfel, in eine lange Socke gesteckt und gecrusht. Superpraktisch, weil ohne Vorbereitung einsatzbereit: Liquid Ice. Zur Not: Eisspray, nur nicht direkt aufsprühen (Gefahr von lokalen Erfrierungen!). Besser ein Tuch benetzen und auflegen.

Extratipp: Duschen Sie mit Eisverband und nicht in der Kühlpause (sonst heizt sich die verletzte Partie zu stark auf). Tragen Sie zusätzlich, vor allem unterwegs, eine Heilsalbe auf.

Compression

Bei jeder Verletzung zerreißen kleine Blutgefäße, daraus entsteht ein Bluterguss. Durch Druck von außen kann man die Schwellung vermindern und den Schmerz lindern. Also: Legen Sie eine elastische Binde mit leichter Spannung an (Arm oder Bein nicht abschnüren!). In der Akutphase kombinieren Sie den Druckverband am besten mit dem Eispack, später mit einer Salbe auf einer sterilen Mullkompresse.

Hochlagern

Hochlagern von verletzten Armen oder Beinen verringert ebenfalls die Blutung und Schwellung. Ausgetretene Flüssigkeit wird über die Lymphbahnen wieder aufgenommen und abtransportiert. Lagern Sie die betroffenen Körperteile eben, aber über Herzhöhe.

Fazit

Schnelle Selbsthilfe ist gut, hat aber ihre Grenzen. Sind die Schmerzen stark und/oder lang anhaltend, ist die Schwellung erheblich oder die Blutung kaum zu stillen, sollten Sie auf der Stelle einen Arzt zu Rate ziehen. Beachten Sie außerdem: Manche Verletzungen erfordern abweichende Maßnahmen.